Andacht für April 2019

 

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Geschwister.
„Ich zähle jetzt bis drei und dann…“.
Diese Taktik kommt immer dann zur Anwendung, wenn die Sprösslinge nicht in der Weise agieren, wie es nach elterlicher Vorstellung wünschenswert wäre. Dann hilft nur noch die Androhung von Sanktionen. Die Wirksamkeit dieses Vorgehens hängt im Wesentlichen von der konsequenten Einhaltung der angedrohten Maßnahmen ab.

 

Eins… zwei... drei!

 

Ostern zu feiern bedeutet, bis drei gezählt zu haben.
Doch geht es dabei nicht um Sanktionen, die zum Tragen kommen, sobald die Drei ertönt.
Es geht darum, durchzuhalten und dranzubleiben, eben nicht unter Druck zu geraten, nicht in einen Aktionismus zu verfallen und schnell alles zu erledigen, dass bloß nicht die Drei ertönt,
dass bloß nicht das geschieht, worum ich als Kind vielleicht bangte, wovor ich mich sogar fürchtete.
Das Ende der Fastenzeit lädt uns ein, von Karfreitag bis Ostern „Eins, zwei, drei“ zu zählen. Von einem Tag zum nächsten.

Bewusst und konsequent durchzuhalten.
Zu erleben, dass das, was schon vor dem ersten Tag angekündigt war, nun eintritt.
Er hatte gesagt: Es wird der Tag kommen, da werde ich bis drei zählen.
Und Er hatte gebetet: Lass diesen Kelch an mir vorübergehen, wenn Du, Vater, es willst.
Er wollte es nicht, und Er war gehorsam.

Gehorsam bis zum Tod am Kreuz.

 

Deshalb zählen wir:

 

Eins.
Es ist vollbracht.
Er gab seinen Geist auf und starb.
Mensch und Tier, ja, die ganze Welt hält den Atem an, erstarrt, einen Augenblick lang angesichts des Unaussprechlichen. Das Leben wurde genommen dem, der doch kam, um Leben zu geben für alle.

 

Zwei.
War es das jetzt? Ist das dein Ernst, Gott?
Es ist wirklich geschehen. Er ist tot. Wir sind traurig.
Worauf sollen wir hoffen? Woran uns festhalten?

 

Drei.
Das Unglaubliche wird wahr. Das Grab ist leer.

Das Leben hat über den Tod gesiegt.

Unsere Hoffnung wurde mehr als erfüllt.

Überrascht, nein, überwältigt sind wir, verwandelt, weil Er lebt.
Er ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

 

Zählen wir doch auch bis drei am Ende dieser Passionszeit, liebe Gemeinde.

 

Ganz neu. Ganz bewusst.

Und erleben mit, welchen Weg das neue Leben sich bahnt: Durch den Tod hin zum Leben.

Verwandelt steht es vor uns.
Ergreifen wir es und erfahren, was es uns bringen will.

 

Ich zähle bis drei.

 

Zählst Du mit?

 

Eure Pastorin Julia-Kathrin Raddek