Andacht für Dezember 2019

 

Bestimmt warst auch Du schon mal im Dunkeln unterwegs.

Ich meine nicht im Schein der Straßenlampen wenn noch einiges erkennbar ist. Ich meine im Stockdunkeln, wenn man die eigene Hand vor dem Gesicht nicht mehr sieht.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wenn es stockdunkel ist, kann das eigene Schlafzimmer zum Abenteuerland werden. Was am Boden liegt, kann zur Falle werden.

Wer ist auf solchen Wegen durchs Dunkel, sei es zu Hause oder draußen, nicht schon gestolpert?

Die Monatslosung aus Jesaja 50, Vers 10 spricht auch von solchen Wegen durchs Dunkel: „Wer in der Finsternis geht und wem kein Lichtstrahl scheint, der vertraue auf den Namen des Herrn!“

(Zürcher Bibel)

Es heißt nicht: „Wer in der Finsternis ist, warte bis Gott ihm einen Lichtstrahl schickt.“ Und auch nicht: „… der vertraue darauf, dass Gott ihn ans Licht führen wird.“

Nein, wer in der Finsternis geht, soll auf Gott vertrauen.

Er soll ihm sozusagen blind vertrauen. Das fällt vielen Menschen,

auch mir, schwer.

„Wer in der Finsternis geht und wem kein Lichtstrahl scheint, der vertraue auf den Namen des Herrn!“

Ein Detail finde ich so erstaunlich an diesem Vers.

Da steht nicht: „Wer in der Finsternis ist“, sondern, „wer in der Finsternis geht“.

„Gehen“ – das ist eine Grundhaltung unseres Glaubens.

Unser Gott ist der „mitgehende“ Gott. Auch durch die Finsternis.

Und ganz bestimmt gerade dann, wenn wir nicht mehr sehen können, wohin uns unser Weg führt.

An diese Grunderfahrung erinnert Jesaja die Menschen im Exil, die unter fremder Herrschaft leben: Bleibt nicht stehen, lasst euch vom Leid nicht festnageln. Vertraut auf Gott.

Selbst dann, wenn andere über euch bestimmen.

Wenn die Lebensumstände schwierig sind. Und rasche Lösungen ausbleiben. Selbst, wenn wir manchmal noch keine Antworten auf unsere brennenden Fragen haben, dürfen wir Gott vertrauen, dass er uns gut führt.

Gerade dann gilt: Mit Gott könnt ihr selbst im Finstern weitergehen. Ich muss gerade an eine Bibelstelle denken, die genau das zum Ausdruck bringt: Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der

dich behütet, schläft nicht. (Psalm 121,3)

 

Der Advent steht vor der Tür – mit seinen Lichtern und Kerzen.

Für mich gibt es nichts Schöneres wenn an einem Dezemberabend

im Wohnzimmer viele Kerzen leuchten.

 

Weshalb feierst du Advent: Ist Jesus, das Licht der Welt, zu dir gekommen? Bis du mit IHM unterwegs? Ist dir in deinem Herzen ein Licht aufgegangen in deinen dunklen Stunden?

„Mache dich auf und werde Licht“, heißt es in einem Adventslied. Öffnen wir uns doch für das „Licht des Herrn“ und werden wir „Licht“ für die Menschen.

 

Eine gesegnete Advents und – Weihnachtszeit wünschen euch

Sonja & Andreas Regin