Andacht für Januar 2022

 

 

Jesus Christus spricht:

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.

(Johannes 6,37)

 

 

 

Wenn wir in das neue Jahr eintreten, ist Jesus da. Er steht oder sitzt vor dir und weiß, was du gerade in diesem Moment brauchst: Möchte ich gerade sprechen oder schweigen; brauchst du Trost oder ein offenes Ohr, eine persönliche Begegnung? Seine Tür steht mir offen.

Es sagt: „Komm zu mir, ich werde dich nicht abweisen. Ja, noch viel mehr, ich werde dich nicht hinauswerfen.“              

 

Ich lasse mich gern von diesen Worten durch ein neues Jahr tragen.

Sie geben mir Mut! Denn egal welcher Hürde ich in diesem neuen Jahr gegenüberstehen sollte, weiß ich, dass mein Herr an meinen Sorgen Anteil  nehmen wird. Er wird mir zuhören!

Und egal wie oft es auch sein mag, ich werde ihm nicht lästig.

 

Jesus öffnet mir mit der Jahreslosung eine Tür: „Wer zu mir kommt, wird nicht abgewiesen. Wer zu mir kommt, muss sich keine Sorgen machen, was ich mit dem mache, was er oder sie mir anvertraut. Wer zu mir kommt, kann sich auf mich verlassen.“ Jesus drängt sich nicht auf, aber er sieht die aktuelle Lebenssituation. Er signalisiert: „Du kannst gerne kommen, wenn du willst, können wir reden.“                                                                    

Gott vertraut uns mit unseren Stärken und unseren Macken Jesus Christus an. Immer wieder muss Jesus mit seinen Freunden darum ringen, dass die Tür offen bleibt, weit offen: Sie wollen alles richtig machen und merken nicht, wie sie auf diese Weise gegen die Tür drücken, so dass sie sich für viele zu schließen droht. Sie sortieren:  Wer gehört dazu, und wer nicht. Und dennoch bleibt die Tür offen, denn Jesus weist niemanden ab, stößt niemanden hinaus, wie Luther übersetzt. Vielmehr stellt er uns ins Licht, das durch die Tür aus Gottes neuer Welt in unsere Welt fällt.

 

Er erinnert uns daran, dass wir aus der Liebe leben, die uns geschenkt wird,

nicht aus dem, was wir leisten. An entscheidenden Stationen des Lebens erfahren wir das: als Babys durch die Liebe von Eltern und Geschwistern;

im Alter, wenn wir das Glück haben, dass unsere Würde in Liebe bewahrt wird; als Verliebte, die füreinander da sind, ohne zu rechnen, was sie davon haben.

In diesen Szenen erleben wir den Glanz des erfüllten, geliebten Lebens schon heute, der durch die Tür in unser Leben fällt, die Jesus aufgestoßen hat.

 

Jesus hält uns die Tür offen. In dem Licht, das hereinfällt, spüren wir: Wir sind mehr als das, was andere oder auch wir selbst in uns sehen oder von uns erwarten. Wir gehören zu Christus mit dem, was wir können, aber auch mit unserer Verletzlichkeit und unseren Grenzen.

 

Vielen Menschen sind in den Corona-Jahren 2020 und 2021 nicht nur eigene Grenzen neu deutlich geworden, sondern auch das Scheitern an den eigenen Ansprüchen.

 

Was 2022 sein wird, weiß ich nicht, aber nach wie vor werden wir sehr viele fragende, suchende, verängstigte Menschen haben, die Orientierung suchen,

die sich verloren fühlen.

 

Diese Menschen werden dankbar sein für jede Hand, die ihnen ausgestreckt wird und die sie nehmen können, um sicher zu werden. Das sind nicht nur Flüchtlinge, die vermutlich noch in größerer Zahl kommen werden, das sind auch Menschen bei uns, die durch Corona und die Folgen angeschlagen sind: Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben und in die Armut gefallen sind. Menschen, die Angst haben, ihre Familie nicht ernähren zu können. Menschen, die nicht mehr sicher sind, ob ihre Kinder in der Schule überhaupt noch erzogen und gebildet werden, weil es zu viele Ausfallstunden und zu wenige Lehrkräfte gibt.... Da sind so viele Ängste und Unsicherheiten, dass die Jahreslosung ein riesengroßer Trost ist

 

Möge das Licht, das durch die von Jesus geöffnete Tür in unsere Welt fällt, viele Menschen aufrichten, befrieden und versöhnen.

 

Möge uns, als Hoffnungskirche am Datzeberg, ein Strahl des Lichtes aus Gottes Welt im neuen Jahr begleitet.

 

 

 

Ein gesegnetes Jahr 2022 wünscht euch Andreas Regin