An(ge)dacht für Juli-August 2024

 

 

Wie ich Kraft, Liebe und Besonnenheit in meiner Gartenlaube fand.

„Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2.Tim. 1,7).

Das sind steile Worte aus der Bibel. Klare Worte. Und die Zeitform ist die Vergangenheit. Gott hat gegeben. Kraft, Liebe und Besonnenheit. Es ist also alles da. Warum aber spüre ich in meinem Leben manchmal so wenig davon?

Ich möchte dir dazu heute eine Sommer - Gartengeschichte erzählen: Eines Tages war Großputz in meiner persönlichen “Herzenswohnung“ angesagt. Ich räumte, fegte, schrubbte und putzte, dass es eine Freude war. Als ich dann das Regal in der Gartenlaube sortierte, fiel mir ein kleines Samentütchen in die Hände. Auf der Vorderseite waren echt fantastische Blütenkelche abgebildet, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Ich drehte das Samentütchen um. Dort stand: „Kraft, Liebe und Besonnenheit. Mehrjährige Pflanzen. Für drinnen und draußen geeignet. Einsaat ganzjährig. Regelmäßig gießen. Blüten erneuern sich bei guter Düngung.“ Überrascht überlegte ich, wo die Samen wohl herkamen. Das Tütchen kam mir entfernt vertraut vor. Ich grübelte eine ganze Weile. Und dann erinnerte ich mich plötzlich: Jesus hatte mir die Samen gegeben. An dem Tag, als ich ihm gesagt hatte, dass ich mein Leben mit ihm teilen will. Jesus hatte mich dabei angestrahlt, umarmt und festgedrückt. Seine Freude war so ansteckend, dass alles andere in dem Moment unwichtig war. Auch das Samentütchen, das er mir noch gegeben hatte. Ich hatte es einfach weggesteckt, ohne es mir genauer anzusehen. Später hatte ich die Samen dann in meinem Herzensgarten ausgesät…

… Meinte ich. Aber jetzt fiel mir das intakte, noch nicht angebrochene Tütchen in die Hände. Was bitte stand aber dann in meinem Garten?

Ich blickte nach draußen, wo ein unansehnlicher Unkrautdschungel die Sicht auf den Gartenzaun versperrte.

Ich blätterte durch mein Lexikon. Da fand ich den Eintrag: „Verzagtheit. Unkraut. Keine Blüten. Vermehrt sich selbstständig und hindert andere Pflanzen am Wachsen.“ Ich hatte den falschen Samen ausgesät!

Hatte das Geschenk von Jesus vertauscht mit irgendeiner Gratisprobe,

die ich mal irgendwie, irgendwo irgendwann, bekommen hatte. Höchste Zeit, den richtigen, himmlischen Samen in meinen Garten zu streuen!

Welchen Samen hast du in deinem persönlichen Herzensgarten gesät? Sind es Kraft, Liebe und Besonnenheit? Oder hast auch du die Tütchen vertauscht? Dann greife getrost zur Spitzhacke und reiß die Verzagtheit aus deinem Herzensgarten heraus. Lockere den Boden mit Worten der Ermutigung auf und säe den Samen, den Gott dir geschenkt hat. Dünge reichlich, indem du (nicht nur im Sommer) Zeit mit Gott verbringst.

Dann wird auch in deinem Herzen die göttliche Saat der Kraft, Liebe und Besonnenheit aufgehen.

So wünsche ich Euch von ganzem Herzen eine schöne und gesegnete Urlaubs – und Sommerzeit!

 

Andreas Regin