Andacht für Juni 2021

 

Denn du bist es, Gott, der mir hilft!

Auf dich hoffe ich den ganzen Tag!
Psalm 25,5 (Basisbibel)


Liebe Geschwister!
Psalm 25 spricht über die Führung Gottes in unserem Leben. David hat Furcht, er ist einsam, er fühlt sich schuldig und er weiß nicht, welchen Weg er gehen soll. Seine Antwort auf diese Situation ist Gebet.

Er bringt alle seine Nöte vor Gott und bittet Ihn um Hilfe.
Wie kann ich aber Gottes Willen für mein Leben erkennen?
Jemand suchte mal eine Antwort auf seine Lebensfrage und schlug die Bibel auf in der Hoffnung, eine direkte Wegweisung passend für seine Situation zu erhalten. Mit geschlossenen Augen landete er mit seinem Finger bei Matthäus 27, 5 und las: “Judas machte sich davon, ging hin und erhängte sich“. Mit diesem Vers war der Mann überhaupt nicht einverstanden. Also schloss er noch einmal seine Augen und landete bei Lukas 10, 37: “Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!“
Ich bin mir ganz sicher, dass war n i c h t das Reden Gottes und doch kann Gott sicher Bibelverse nutzen, die, wenn auch aus dem Kontext genommen, unmittelbar in unser Leben hineinsprechen.

Gott kann ohne Zweifel in besonderen Situationen durch Visionen und Wunder zu uns reden. Aber das ist nicht der gewöhnliche Weg, auf dem Gott mit uns redet.

Der Liederdichter und Pastor John Newton hat einmal gesagt: „Üblicherweise führt und leitet Gott Sein Volk, indem Er als Antwort auf deine Gebete das Licht Seines Heiligen Geistes sendet, durch das du befähigst wirst, die Bibel zu lieben und zu verstehen. Das Wort Gottes sollte nicht wie eine Lotterie benutzt werden“.
Gott führt uns, indem Er unsere Herzen und Gedanken in Übereinstimmung mit Seinem Herzen und Seinen Gedanken bringt. Das tut Er durch den Heiligen Geist, der uns Sein Wort lieb und teuer macht.

Im Kapitel 55 des Jesaja-Buches steht: »8 Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.«

Es geht nicht nach meinem Willen, sondern nach seinem. Es geht nicht nach meinen Plänen, sondern nach seinen. Es geht nicht nach meiner Kraft, sondern nach seiner. Und da ich glaube, dass Gott gut zu mir ist und barmherzig - so wie auch zu dir - bin ich froh, dass es nicht nach meinem Kopf geht. Denn ich kann nicht einmal um die nächste Ecke schauen geschweige denn weiter in die Zukunft. Ich weiß nicht, welche Auswirkungen die Dinge, die jetzt geschehen, künftig haben werden. Aus manchem, worunter ich jetzt leide, kann Gutes entstehen. Das habe ich schon erlebt. Er ist der Herr über die Zeit. Er kennt Anfang und Ende.
Ihm vertraue ich mich in meinen Gebeten an.

Auch 2500 Jahre später kann ich noch genauso beten und sagen:

„Du bist der Gott, der mir hilft.“ Ich nenne diese Art zu beten ‚Vertrauensgebet‘. Blättert doch bitte einmal das Buch der Psalmen durch, wie oft dort Menschen ihr Gottvertrauen zur Sprache bringen.

Wo und wie betest du?

Wenn du mich das fragst, so sage ich: eigentlich überall, natürlich in meinem Bett, aber auch im Badezimmer, am Mittagstisch, bei einem Spaziergang, auf dem Fahrrad und so weiter. Ich habe auch schon im Flugzeug gebetet und auf der Autofähre. Als Christ bete ich natürlich in der Gemeinde und auch manchmal auf dem Friedhof oder in den Wohnzimmern wunderbarer Menschen.
So oft, wie das jetzt klingt, bete ich auch wieder nicht. Aber ich würde es gern. Denn beten tut mir einfach gut.
Mit am intensivsten bete ich, wenn ich mich ab und zu ganz in die Stille zurückziehe. Dann sage ich ähnliche Sätze wie diese zu Gott:

“Herr, du hältst mich wie die Erde mit ihrer Kraft. Du strahlst mich von oben an wie die Sonne in ihrem Glanz. Du umgibst mich von allen Seiten wie die Luft, die ich atme. So bist du bei mir und ich bei dir. Dir gehöre ich ganz und gar. Alles was ich bin und habe, kommt von dir. Ohne dich kann ich nicht sein. Ohne dich will ich nicht sein. Denn du bist meines Lebens Kraft. Was auch immer geschieht, ich nehme es aus deiner Hand, denn ohne deinen Willen geschieht nichts, was geschieht. Wenn ich mich entscheiden muss, so vertraue ich, dass du mir hilfst. Wenn ich kämpfen muss, rechne ich mit dir. Wenn mich Sorgen drücken, gebe ich sie dir. Wenn es mir gut geht und erst recht, wenn ich glücklich bin, preise ich dich. Und für allen Segen in meinem Leben, insbesondere für meine Familie und meinen Glauben, danke ich dir. Geh mit mir in jeden Tag. Gib mir die nötige Kraft für Leib und Seele. Mache mich reich im Glauben und im Vertrauen auf dich. Amen“

 

Es grüßt Euch herzlich Andreas Regin