An(ge)dacht für März 2024

 

– ein Sehnsuchtswort und Sehnsuchtsort.

Unendlich weit entfernt erscheint dieser Friede, wenn die täglichen Nachrichten Bilder von Krieg, Leid, Not und Zerstörung präsentieren. Der Wunsch nach Frieden ist zum sorgenvollen Tagesthema geworden. Jesus kennt diese menschliche Sehnsucht. Deshalb macht er sie zum Gesprächsthema mit seinen Freunden: “Frieden lasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch“, sagt Jesus. “Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht!“ (Johannes 14, 27)           

Jesus warnt davor, seinen Frieden mit dem zu verwechseln, was Menschen anbieten: Nicht ein Friede, wie ihn die Politik verhandelt oder jedes Jahr aufs Neue auf Ostermärschen gefordert, wie Dichter oder Musiker ihn beschwören wo ein schöner Sonnenuntergang für eine nette friedliche Stimmung sorgt. „Nicht nach der Art der Welt ist mein Friede“, sagt Jesus. Positiv heißt das: Auch „die Welt“ gibt Frieden. Aber so teuer er sie auch zu stehen kommt, er ist verglichen mit dem Frieden, den Christus gibt, nicht mehr als ein „fauler Frieden“. Ein Frieden, dem nicht zu trauen ist! Das gilt nicht nur in politischen, sondern leider auch in zwischenmenschlichen Beziehungen. Da wird vielleicht ein „Krieg unter Kontrolle“ gebracht. Waffenruhe eingeräumt. Konfliktmanagement betrieben – unter Völkern, mit den Kollegen, Nachbarn, in der Familie und auch in meinem eigenen Herzen… 

Deshalb horche ich auf, wenn Jesus sagt: „Ich gebe euch Frieden!“

Jesus nimmt mit diesen Worten Abschied von seinen Jüngern.

Zur Krönung seines Lebens als Friedensstifter bekommt er keinen Friedensnobelpreis, sondern eine Dornenkrone. Der Tod am Kreuz erwartet ihn. Aber Jesus wird seine Freunde nicht spurlos verlassen.

Er wird ihnen etwas zurücklassen: Frieden – “meinen Frieden gebe ich euch.“, sagt ER ausdrücklich. Damit kein Missverständnis aufkommt,

keine falschen Hoffnungen entstehen, erklärt er: „Meine Gabe ist anders als alles, was die Welt geben kann.“ Den Frieden Gottes kann ich nicht machen. Er wird mir von Gott geschenkt. Er durchbricht den Teufelskreis von Anklage, Vergeltung und Rache. Der lässt sich nicht mit ein bisschen gutem Willen oder aus eigener Kraft überwinden.

Deshalb nennt die Bibel einen Ort, an dem Rebellion, Schuld und Sünde überwunden worden ist: Das Kreuz, an dem Jesus starb. “Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden hätten!“, (Jesaja 53,5).

Und der Apostel Paulus reiht sich in diese Aussage ein und erklärt: Das, wonach die Menschheit sich sehnt, bekommt durch Jesus Blut und Leben, Profil und Charakter, denn “Er ist unser Friede!“ (Epheser 2,14)

Wenn ich also Gottes Friedensangebot durch Jesus Christus annehme,

bin ich mitten in einer Welt des Unfriedens auf dem Weg des Friedens. Jesus beschreibt diesen Weg mit der Aufforderung: „Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht!“ Gerade in schwierigen Zeiten haben das viele Menschen erlebt: Gottes Frieden ist wie ein Schutz, der mein verzagtes Herz zur Ruhe bringt.

Dieser Friede Gottes zeigt mir, wo ich herkomme, hingehöre und hingehe: Bei Gott bin ich zu Hause. In diesem Frieden mit Gott will ich mein Leben gestalten - in ihm beten, vertrauen, klagen und hoffen…

Ich wünsche uns eine gesegnete Passionszeit und ein Osterfest, das deine Furcht in Hoffnung und neues Leben verwandelt.

Andreas Regin